Mein Smartphone lebt ohne mich

18. Dezember 2017, von Lene

Bevor wir richtig wach sind, in der Pause, beim Essen, auf der Toilette und kurz vorm dem zu Bett gehen – das Smartphone ist unser ständiger Begleiter und der Zugang zu einer schier unendlichen Welt aus Bewertungen, Idealen, vermeintlichen Lösungen und Hass.
Ich möchte es mit diesem Beitrag nicht verbannen und auch nicht die Menge an Vorteilen absprechen. Doch bin ich der Meinung, dass wir unseren Konsum einschränken sollten, denn unser Leben hat vor der „Smartphonisierung“ auch funktioniert.

Mit 13 habe ich mein erstes Handy bekommen, mit einem monatlichen Guthaben von etwa 5 Euro, um im Notfall meine Eltern zu erreichen. Gebraucht habe ich es nie. Mit 16 hatte ich mein erstes Smartphone und seitdem hat sich so einiges verändert. Ich kann alles in Sekundenschnelle recherchieren, Treffen kurzfristig absagen, mit meinen Freunden sprechen ohne zu telefonieren. Wissen, was Leute, mit denen ich sonst nicht rede, gestern gegessen haben.

80% der Menschen in Deutschland besitzen ein Smartphone und im Durchschnitt benutzen wir dies 5h täglich! Die Vielfalt an Möglichkeiten, Lösungen, Nachrichten und Wissen machen mich rastlos und abhängig. Aus diesem Grund habe ich wieder mal einen Versuch gestartet und meinen Smartphonekonsum auf ein Minimum reduziert. Natürlich habe ich alles für euch dokumentiert. Ich nehme mir vor, eine Woche lang, täglich nur 30min mein Smartphone zu benutzen. 15 Minuten am Nachmittag und 15 Minuten am Abend.

Der erste Tag lief überraschend gut, es war 20 Uhr und ich hatte noch 8 Minuten übrig. Durch die Zeitbegrenzung ist mir aufgefallen, dass ich weniger sinnlos lange auf dem Smartphone rumwische und warte bis derjenige schreibt, sondern nach meinem Statement das Internet ausmache, das Handy weglege und meiner Tätigkeit nachgehe. An den folgenden Tagen musste ich mir ein paar Minuten zusätzlich nehmen, da ich für die Prüfungsvorbereitung einiges im Internet recherchieren musste – no excuse 😉 In der Schule selbst und in anderen sozialen Situationen, in denen viele Menschen ihr Handy exzessiv benutzten, ist es mir anfangs sehr schwer gefallen mein Smartphone im Rucksack zu lassen. Allein dieser Punkt beweist doch, wie schier abhängig wir sind und war für mich ein Grund mehr, das Gefühl einfach auszuhalten. Den Rest der Woche konnte ich mit der halben Stunde gut bewältigen. Mir ist mit dieser Woche bewusst geworden, dass wir unser Smartphone in viele Situationen überhaupt nicht benötigen. Einfach mal nichts tun und sich langweilen bringt nämlich unglaublich viele tolle Ideen und Entspannung, in unsere von Nachrichten überfüllten Köpfe.

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Ein Kommentar zu “Mein Smartphone lebt ohne mich

  • Geraldine schreibt:

    Danke, für das Statement. Ich kann dir nur zustimmen – lasse mittlerweile ebenso das Internet aus, oder lege das Telefon ganz weit weg. Kurbelt tatsächlich die Kreativität an!
    Wie nutzt du dein Smartphone denn jetzt, nach diesem „Selbstversuch“?

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